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Prosecco: DOC, DOCG, Rive und Cartizze — die Hierarchie erklärt

Ein Handelsname deckt sowohl eine riesige Appellation der Ebene ab als auch einige der steilsten Weinberge Italiens. Der Unterschied steht auf dem Etikett — man muss nur wissen, wo.

Seit 2009 ist Prosecco ein Ort, keine Rebsorte

Bis 2009 war Prosecco der Name der Rebsorte, und jeder überall konnte sie anpflanzen und das Ergebnis so nennen. Die Reform jenes Jahres kehrte die Logik um: die Sorte wurde offiziell in Glera umbenannt, und Prosecco wurde eine geographische Bezeichnung, verankert unter anderem im Ort Prosecco bei Triest. Seither ist der Name als Herkunft geschützt.

Im gleichen Zug wurde die DOC Prosecco auf neun Provinzen in Veneto und Friaul-Julisch Venetien ausgedehnt; sie ist heute eine der produktivsten Appellationen Europas. Gleichzeitig wurden die beiden historischen Hügelzonen zur DOCG erhoben. Daher die Verwirrung: dasselbe Wort auf dem Etikett deckt sehr verschiedene Sachverhalte ab.

Die drei Namen, die man erkennen sollte

Prosecco DOC ist die weite, größtenteils flache Appellation, erkennbar daran, dass auf dem Etikett schlicht „Prosecco DOC" steht, manchmal mit dem Zusatz Treviso oder Trieste. Glera, mindestens 85 Prozent.

Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG ist das Hügelband in der Provinz Treviso, fünfzehn Gemeinden mit sehr steilen, handbewirtschafteten Hängen; die Landschaft ist seit 2019 UNESCO-Welterbe. Asolo Montello Prosecco Superiore DOCG ist die zweite DOCG-Zone, an den Hängen zum Montello.

Die praktische Regel: stehen Conegliano, Valdobbiadene oder Asolo zusammen mit „Superiore" auf dem Etikett, ist es eine Hügel-DOCG. Steht nur „Prosecco DOC", ist es die große Appellation.

Rive und Cartizze: die feinste Körnung

Innerhalb des Conegliano Valdobbiadene gibt es dreiundvierzig Rive, die einzelnen Hängen oder Gemeinden entsprechen; wer eine ausweist, muss von Hand lesen und den Jahrgang angeben. Sie sind das Prosecco-Äquivalent eines Crus und sagen, dass die Trauben von einem bestimmten Hang stammen und nicht aus der ganzen Appellation.

Cartizze ist die anerkannte Spitze: etwa 108 Hektar oberhalb von Valdobbiadene, zwischen San Pietro di Barbozza, Santo Stefano und Saccol. Er wird als Valdobbiadene Superiore di Cartizze bezeichnet und traditionell in der Stufe Dry erzeugt, also süßer als Brut. Das verblüfft alle, die annehmen, die prestigeträchtigste Flasche müsse auch die trockenste sein: hier sagt die Tradition das Gegenteil.

Stile, Süße und die Version, die wenige kennen

Prosecco gibt es als Spumante, als Frizzante und, selten, als stillen Wein. Für die Süße gilt die europäische Skala, und Extra Dry — süßer als Brut — ist der historische Stil von Valdobbiadene, das, was diese Hügel lange bevor der internationale Markt trocken mit seriös gleichsetzte, erzeugten.

Seit 2020 gibt es den Prosecco DOC Rosé: Glera mit einem Anteil rot vinifizierten Pinot Nero, zwingend mit Jahrgang und mit einer längeren Mindestdauer der zweiten Gärung als beim weißen Prosecco. Eine junge, geregelte Kategorie, keine Marketingerfindung.

Schließlich der col fondo oder sur lie: in der Flasche nachgegoren, nicht degorgiert, trüb, trocken, mit dem Hefedepot am Boden. Das ist der bäuerliche Stil vor dem Drucktank, in Familienkellern bewahrt und heute wieder im Handel. Wer den geschliffenen Bar-Prosecco erwartet, ist irritiert; wer wissen will, woher dieser Wein kommt, beginnt dort.

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