Der 1993 anerkannte Trento DOC war die erste italienische Appellation, die ausschließlich für klassische Flaschengärung geschaffen wurde. Sie ist keine Kategorie innerhalb einer größeren DOC: die Appellation existiert für nichts anderes. Trentodoc, in einem Wort geschrieben, ist die Kollektivmarke, unter der das Schutzkonsortium die Kommunikation der Häuser ab 2007 vereinheitlicht hat — deshalb findet man den Namen in zwei Schreibweisen.
Am Anfang steht eine Person. Giulio Ferrari, ausgebildet in Montpellier und in der Champagne, brachte zu Beginn des 20. Jahrhunderts Chardonnay-Reben nach Trient, überzeugt davon, dass die Trentiner Berge der Flaschengärung geben können, was die Ebene nicht gibt. Die zugelassenen Sorten spiegeln diese Entscheidung bis heute: Chardonnay, Pinot Nero, Pinot Bianco und Meunier.
Die Höhenlage ist das eigentliche, ungeschriebene Statut. Die Weinberge steigen vom Talboden der Etsch bis über siebenhundert Meter, und die große Tag-Nacht-Amplitude erhält jene Säure, die ein flaschengegärter Schaumwein braucht: Trauben mit ausreichender phenolischer Reife und intakten Säuren. Daher wirkt Trentodoc straff und vertikal, anders als der rundere Franciacorta, der auf Moränenböden in deutlich tieferen Lagen wächst.
Die Hefelagerzeit ist die Skala, an der sich der Kauf orientiert: mindestens fünfzehn Monate ohne Jahrgang, vierundzwanzig beim Millesimato, sechsunddreißig bei der Riserva. In der Praxis gehen viele Häuser weit über die Mindestwerte hinaus, und die lang gereiften Riserven sind die Kategorie, in der diese Appellation am meisten zeigt.