Die Geschichte des italienischen Schaumweins beginnt im Piemont. 1865 erzeugte Carlo Gancia in Canelli den ersten trockenen italienischen Schaumwein mit zweiter Gärung in der Flasche, nach französischem Vorbild. Die Appellation, die diese Tradition anerkennt, kam allerdings erst 2002 als DOC und 2011 als DOCG — lange nach der Franciacorta.
Ihr Regelwerk gehört zu den strengsten Italiens. Chardonnay und Pinot Nero, einzeln oder gemeinsam, müssen mindestens 90 Prozent ausmachen. Die Weinberge müssen über 250 Metern liegen, auf den höheren, kälteren Hügeln zwischen Cuneo, Asti und Alessandria. Jede Flasche muss einen Jahrgang tragen: Einen Alta Langa ohne Jahrgang gibt es nicht, was in der Welt der Schaumweine selten ist. Das Hefelager beträgt mindestens dreißig Monate, sechzig bei der Riserva.
Höhe und Mergelböden ergeben Weine mit ausgeprägter Säure und vertikalem Profil, oft strenger und weniger unmittelbar gefällig als ein Franciacorta. Es ist eine kleine Appellation mit geringen Mengen, die man suchen muss; wer straffe, gering dosierte Schaumweine mag, findet hier einige der überzeugendsten Flaschen Italiens.