Die Lombardei verbindet man eher mit Mailand als mit Weinbergen, doch sie beherbergt zwei Appellationen von echtem Gewicht. Die Franciacorta südlich des Iseosees ist Italiens führender traditionell vergorener Schaumwein und seit 1995 DOCG. Das Veltlin (Valtellina) im äußersten Norden an der Schweizer Grenze baut Nebbiolo an — hier Chiavennasca genannt — auf Trockensteinterrassen entlang des Addatals.
Das Veltlin lohnt gerade deshalb, weil es nicht nach Barolo schmeckt. Höhe und sandige alpine Böden ergeben einen leichteren, duftigeren, hochtonigeren Nebbiolo. Der Sforzato di Valtellina, kurz Sfursat, wendet das Appassimento auf die Sorte an und ist der eine Nebbiolo, der nach Art des Amarone erzeugt wird.
Der Oltrepò Pavese südlich des Po ist der Mengenlieferant der Region und eine der größten Pinot-Nero-Flächen Italiens, die historisch zu großen Teilen als Grundwein für Schaumwein andernorts abfloss. Die Lugana am Südufer des Gardasees liegt auf der Grenze zwischen Lombardei und Venetien und ergibt aus Turbiana einen strukturierten, lagerfähigen Weißwein.