Die Emilia-Romagna zieht sich vom Apennin bis an die Adria und umfasst eigentlich zwei Weinkulturen. Die Emilia im Westen um Modena und Reggio ist Lambrusco-Land. Die Romagna im Osten baut Sangiovese und Albana an.
Der Lambrusco leidet im Export unter dem Erbe eines süßen Industrieprodukts, das mit dem vor Ort Getrunkenen wenig zu tun hat. Es ist eine Familie verwandter dunkler Sorten, und die wichtigen sind klar unterscheidbar: Lambrusco di Sorbara, hell und von verblüffender Säure; Grasparossa di Castelvetro, dunkler, tanninhaltiger, strukturierter; Salamino dazwischen. Trocken, gut gekühlt und zur sehr reichhaltigen Küche der Region ergibt er unmittelbar Sinn.
Romagna Albana wurde 1987 der erste italienische Weißwein mit DOCG — eine seither diskutierte Entscheidung, wobei die Passito-Variante stets die überzeugendste war. Sangiovese di Romagna entsteht in größeren Mengen und zu niedrigeren Preisen als in der Toskana und hat deutlich gewonnen, seit die Erzeuger in die Hügel gegangen sind.
Pignoletto aus den Colli Bolognesi ist der Alltagsweiße — leicht perlend, zart bitter — und für genau denselben Tisch gemacht wie der Lambrusco.