Die Ribolla Gialla ist eine weiße Sorte des Friuli-Venezia Giulia, vor allem im Collio und in den Colli Orientali angebaut; jenseits der Grenze, im slowenischen Brda, heißt sie Rebula. Sie ist in der Region seit dem Mittelalter belegt und damit eine der historischen Trauben dieses Winkels Italiens.
Ihre technische Besonderheit ist die Schale: dick, gehaltvoll und nicht besonders aromatisch. Im Stahl vergoren gibt sie einen straffen, zitrischen, salzigen Weißwein von großer Trinkbarkeit. Doch dieselbe Schale machte sie zum Sinnbild der Maischegärung: in Oslavia im Collio begannen Erzeuger Ende der neunziger Jahre wieder, weiße Trauben wochenlang auf der Schale zu vergären, und belebten damit eine alte Praxis dieser Ostgrenze. Von dort kehrten die sogenannten Orange Wines in die weltweite Debatte zurück.
In unserem Archiv erscheint sie auch als Schaumweingrundlage, in den Stufen Brut und Extra Dry: eine jüngere, kommerzielle Verwendung. Mit der Ribolla Nera, einer anderen, mit dem Schioppettino verwandten Sorte, hat sie nichts zu tun.