Der Name kommt von pecora, Schaf, und die konkurrierenden Erklärungen laufen auf dasselbe hinaus: die Traube, an der die Herden auf den Triftwegen knabberten, oder schlicht die Sorte, die dort wuchs, wo die Hirten zwischen Marken und Abruzzen durchzogen. Mit dem gleichnamigen Käse hat sie nichts zu tun — was zu sagen sich lohnt, weil es der erste Gedanke jedes Menschen ist, der das Etikett zum ersten Mal liest.
In den siebziger Jahren war sie praktisch verschwunden: ertragsschwach, mühsam, überall durch großzügigere Sorten ersetzt. Die Rettung begann bei wenigen überlebenden Stöcken im Hinterland der Marken und griff ab den achtziger Jahren auf die Abruzzen über, wo heute mehr davon steht als in der Region, die sie bewahrt hat. Auf dem Etikett erscheint sie als Abruzzo Pecorino DOC, oft als Superiore, und unter den Hügel-IGT; in den Marken geht sie in die DOCG Offida ein.
Das ist ein strukturierter Weißwein, kein leichter. Er reift früh und sammelt Zucker, der Alkohol liegt also hoch — in unserem eigenen Bestand stehen die Pecorino rund einen Punkt über dem Durchschnitt der Weißen, die wir führen —, doch die Säure trägt dieses Gewicht. Aromatisch geht er in Richtung Salbei und Anis, weiße Blüten und Zitrus, mit einer krautigen Bitterkeit im Abgang, die seine Unterschrift ist.
Ein guter Teil endet als Schaumwein: Dieselbe Säure, die den Stillwein zusammenhält, gibt eine glaubwürdige Grundlage für das Tankgärverfahren, und unter den Flaschen, die wir verfolgen, ist Pecorino-Spumante inzwischen eine Konstante.