Bis 2007 hieß diese Sorte Tocai Friulano. Der Schutz des ungarischen Namens Tokaj erzwang die Aufgabe des Begriffs, seither steht auf dem Etikett schlicht Friulano. Gleiche Traube, neuer Name — weshalb ältere und neuere Flaschen desselben Weins unterschiedlich bezeichnet sind.
Die zweite Verwechslung ist ampelographisch und kurioser. Der Friulano ist identisch mit dem Sauvignonasse oder Sauvignon Vert, einer Sorte, die in Chile jahrzehntelang für Sauvignon Blanc gehalten und als solcher gelesen wurde. Mit dem ungarischen Tokaji und mit dem Sauvignon Blanc ist er nicht verwandt.
Im Friaul ist er der Hausweiße, der Wein des tajut, des Glases, das man im Stehen an der Theke trinkt. Er ergibt trockene Weine mittleren Körpers mit Birne und Mandel und einer salzigen Spur, die auf der Ponca des Collio besonders klar hervortritt. Nicht zu verwechseln mit dem Verduzzo Friulano, der das Adjektiv teilt, aber eine völlig andere Traube ist — die Grundlage des süßen Ramandolo.