Der Arneis ist eine piemontesische weiße Rebsorte, vor allem im Roero und in den Langhe angebaut. In den sechziger Jahren stand er kurz vor dem Verschwinden: wenig ertragreich, schwierig im Weinberg und im Keller, hielt man ihn in der Zeile neben dem Nebbiolo eher, um Vögel von den roten Trauben abzulenken, als um eigenen Wein daraus zu machen. Im Piemontesischen bedeutet arneis etwa „Schlingel" — der Name beschreibt genau diesen Ruf.
Er erfüllte noch einen zweiten Zweck: ein kleiner Anteil Arneis milderte die Härte des Nebbiolo, so sehr, dass einer seiner alten örtlichen Namen „nebbiolo bianco", weißer Nebbiolo, lautete. Seine Wiedereinführung als sortenreiner Wein ab Ende der sechziger Jahre gehört zu den geglückten Sortenrettungen des Piemont.
Heute erscheint er in drei getrennten Appellationen — Roero Arneis DOCG, Langhe Arneis DOC und Terre Alfieri Arneis DOCG —, und genau darum verdient er eine eigene Seite: keine von ihnen umfasst ihn vollständig. Im Glas ergibt er einen Weißwein mittleren Körpers mit Birne, weißen Blüten und Mandel und zurückhaltender Säure. Dieser letzte Punkt ist der entscheidende beim Kauf: kein Wein zum Lagern, sondern einer zum jungen Trinken.