Der eigentliche Valpolicella ist der leichte: Corvina, Corvinone und Rondinella aus den Hügeln nördlich von Verona, aus frischen Trauben vergoren, nach Sauerkirsche duftend, spritzig, tanninarm und kühl serviert am besten. Er ist ein DOC und das, was im Tal tatsächlich getrunken wird. Der Superiore verlangt mindestens 12 Volumenprozent und ein Jahr Reifung und steht eine Stufe darüber.
Der Ripasso ist die Zwischenstufe und wirtschaftlich die entscheidende. Nachdem der Amarone durchgegoren ist, wird der Trester — noch zuckerhaltig, voller Farbe und Tannin — ein zweites Mal genutzt: Junger Valpolicella wird darüber gegeben und gärt erneut. Der Wein gewinnt Körper, Alkohol und einen Anflug der Dörrfruchtnote des großen Bruders. Seit 2010 ist er eigenes DOC, nachdem er lange nur eine Technik und keine Kategorie war.
Die vier Typen versteht man am besten als durchgehende Skala der Konzentration und nicht als Qualitätsleiter: Valpolicella, Ripasso, Amarone, Recioto — von frisch und alltäglich bis getrocknet, süß und selten. Ein guter Valpolicella Classico ist kein gescheiterter Amarone, sondern ein anderer Wein für einen anderen Abend.
Classico bezeichnet die fünf westlichen Gemeinden; die Valpantena ist ein eigenes Tal weiter östlich. Beide dürfen aufs Etikett, und beide sagen etwas Genaues darüber, wo die Trauben gewachsen sind.