Der Gavi stammt aus dem äußersten Südosten des Piemont, aus der Provinz Alessandria, nahe der ligurischen Grenze und der Küste. Er ist seit 1998 DOCG und wird aus reinem Cortese erzeugt. Die Sorte wird auch andernorts angebaut, doch erst hier, auf den hellen Mergelböden dieser Zone, ergibt sie mehr als einen neutralen Weißwein.
Die Angabe, nach der man suchen sollte, lautet Gavi di Gavi oder Gavi del Comune di Gavi. Sie besagt, dass die Trauben allein aus der Gemeinde Gavi stammen, dem historischen Kern der Appellation, und nicht aus den zehn weiteren zugelassenen Gemeinden. Es ist keine förmliche Qualitätshierarchie, aber eine Herkunftsangabe, die die ernsthafteren Erzeuger nutzen.
Der Wein ist trocken und hell, mit Zitrus, grünem Apfel und einer trockenen mineralischen Note; die Säure ist lebendig, der Abgang oft zart mandelig. Historisch war er der Weißwein der ligurischen Restaurants, zum Fisch serviert — und das bleibt seine überzeugendste Rolle.
Der Gavi durchlief eine Phase der Überproduktion, die sein Bild verflachte; Abfüllungen aus Hanglagen mit niedrigen Erträgen zeigen jedoch eine Lagerfähigkeit von zwei bis drei Jahren, die von einem Weißwein dieser Gegend kaum jemand erwartet.