Franciacorta stammt aus den Hügeln südlich des Iseosees in der Provinz Brescia. Erzeugt wird nach der traditionellen Methode mit zweiter Gärung in der Flasche, und 1995 war es der erste italienische Metodo-classico-Schaumwein mit DOCG. Auf dem Etikett steht weder ein Wort für Schaumwein noch für die Methode: In Italien meint Franciacorta allein bereits beides.
Zugelassen sind Chardonnay, Pinot Nero und Pinot Bianco, letzterer bis 50 Prozent, dazu seit 2017 bis zu 10 Prozent Erbamat — eine spät reifende lokale Sorte, die zur Sicherung der Säure in warmen Jahrgängen wiederbelebt wurde. Die Mindestzeiten auf der Hefe liegen deutlich über denen der Champagne: achtzehn Monate ohne Jahrgang, dreißig beim Millesimato, sechzig bei der Riserva.
Satèn ist die eigene Erfindung des Gebiets und darf nirgendwo sonst so heißen. Es ist ein Blanc de Blancs ausschließlich aus weißen Trauben, abgefüllt mit höchstens fünf statt der üblichen sechs Atmosphären und nur als Brut. Der geringere Druck ergibt eine feinere, weichere Perlage — der Name spielt auf Seide an — und ist das deutlichste Argument dafür, dass Franciacorta eine eigene Idee verfolgt und Frankreich nicht nachahmt.
Ein Begriff zum Merken: Franciacorta ist das DOCG der Schaumweine. Die Stillweine derselben Hügel heißen Curtefranca DOC, worüber viele stolpern, wenn sie das Gesamtsortiment eines Guts lesen.