Dolcetto ist nach Barbera und Nebbiolo die dritthäufigste Rebsorte des Piemont, und ihr Name führt fast alle in die Irre. Der Wein ist trocken. Die Verkleinerungsform bezieht sich auf die Traube, die früh reift und ein süßes, angenehm zu essendes Fruchtfleisch hat — nicht auf das, was im Glas landet.
Ihr Profil ist das Gegenteil der Barbera: Wo die Barbera hohe Säure und wenig Tannin hat, zeigt der Dolcetto mäßige Säure und spürbares Tannin, oft mit leicht mandelbitterem Abgang. Daraus entsteht ein farbtiefer Roter nach dunkler Frucht und Veilchen, direkt und trinkfertig, der keine Geduld verlangt.
Die wichtigsten Appellationen sind Dolcetto d'Alba und Dolcetto di Diano d'Alba sowie vor allem Dogliani, das seit 2005 den Sortennamen vom Etikett gestrichen hat, um als territoriale Herkunft zu bestehen — dort erreicht der Dolcetto die größte Dichte. Dolcetto di Ovada in der Provinz Alessandria ist der weitere Name, den man kennen sollte.
In den Langhe hat der Dolcetto eine genaue Rolle: Er wird dort gepflanzt, wo der Nebbiolo nicht richtig ausreifen würde, und binnen zwei, drei Jahren getrunken, während der Barolo im Keller ruht. Er ist der Hauswein der Barolo-Erzeuger und sollte an diesem Maßstab gemessen werden.