Der Collio, DOC seit 1968, umfasst einen Hügelstreifen in der Provinz Gorizia, der nur deshalb endet, weil dort eine Staatsgrenze verläuft: jenseits setzt er sich unverändert fort, unter dem slowenischen Namen Brda. Die Lage erklärt die Weine. Die Adria liegt wenige Dutzend Kilometer entfernt und schickt milde Luft, die Julischen Alpen im Rücken halten die Kälte aus dem Norden ab, und der Unterschied zwischen Tag und Nacht bleibt groß.
Der Boden hat einen Namen, den man hier im Alltag verwendet: Ponca, ein Wechsel aus eozänen Mergeln und Sandsteinen, brüchig und karg. Das ist der technische Grund, warum der Collio Weißweinland ist — Ponca gibt Weine, die auf Salzigkeit und Haltbarkeit gebaut sind, nicht auf überreiche Frucht.
Die Leitsorte ist der Friulano, und ihr Name ist ein Stück europäischer Rechtsgeschichte. Bis 2007 hieß sie Tocai Friulano; dann erzwang der Schutz des ungarischen Namens Tokaj die Aufgabe des Begriffs. Gleiche Rebe, neues Etikett. Daneben stehen Ribolla Gialla, Malvasia Istriana, Pinot Grigio, Sauvignon und Chardonnay sowie der Collio Bianco, die Cuvée, die für viele Betriebe der wichtigste Wein des Hauses ist.
Von diesen Hügeln, und besonders von Oslavia aus, wurde Ende der neunziger Jahre die Maischegärung weißer Trauben wiederbelebt — die heute Orange Wines genannten Weine —, eine alte Praxis dieser Ostgrenze, die von hier aus zurück in die weltweite Debatte gelangte. Nicht der ganze Collio tut das, und es ist nicht der vorherrschende Stil, aber hier hat die Diskussion begonnen.