Die Euganeischen Hügel steigen südwestlich von Padua schroff aus der venetischen Ebene auf. Sie sind kein Vorgebirge, sondern einzeln stehende Kegel aus Trachyt und Mergel vulkanischen Ursprungs — daher der abrupte Landschaftswechsel. Seit 1989 ist das Gebiet Regionalpark, der erste des Veneto; die Appellation besteht als DOC seit 1969.
Überraschend für alle, die ausschließlich autochthone Sorten erwarten, ist die Bedeutung der Bordeaux-Rebsorten. Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Carmenère stehen hier seit dem 19. Jahrhundert, eingeführt von experimentierfreudigen Grundbesitzern und geblieben, weil sie zu diesen Böden passen. Der Colli Euganei Rosso ist laut Statut eine vom Merlot geführte Cuvée, ergänzt durch die Cabernets: ein Wein bordelesischer Prägung, im Veneto erzeugt, lange bevor von internationalen Sorten die Rede war.
Bei den Weißen begegnen einem Garganega, Moscato Giallo, Pinello, Chardonnay und Tai. Serprino heißt hier die Glera, die Prosecco-Rebe; sie wird perlend ausgebaut und jung vor Ort getrunken — einer der seltenen Weine, die ein Gebiet weitgehend für sich behalten hat.
Die qualitative Spitze ist allerdings süß. Der Colli Euganei Fior d'Arancio ist seit 2011 DOCG, aus Moscato Giallo, und der Name beschreibt genau, was im Glas steht: Orangenblüte. Es gibt ihn als Schaumwein, als Passito und als stillen Wein. In einer Region, die für Prosecco und Amarone bekannt ist, ist er die euganeische Appellation, die keinem Nachbarn gleicht.