Chianti DOCG und Chianti Classico DOCG sind zwei getrennte Appellationen, und ihre Verwechslung ist vermutlich das verbreitetste Missverständnis des italienischen Weins. Das Chianti ist die weite Zone rund um den historischen Kern, von der Provinz Pisa bis nach Arezzo, und sein Regelwerk ist großzügiger: Sangiovese mindestens 70 Prozent gegenüber 80 im Classico.
Es gibt sieben Teilzonen, und sie sind nicht gleichwertig. Chianti Rufina, östlich von Florenz im Sievetal, ist die bemerkenswerteste: höher gelegen, kühler, mit strafferen Weinen und einer Alterungsfähigkeit, die überrascht, wer einen einfachen Roten erwartet. Colli Senesi ist die größte, Colli Fiorentini und Montalbano umgeben Florenz, dazu kommen Colline Pisane, Colli Aretini und Montespertoli.
Im Einstiegssegment bleibt der Chianti der italienische Tischrotwein schlechthin und sollte auch so beurteilt werden: frisch, nach Sauerkirsche und Erde, mit einer Säure, die nach Essen verlangt. Die Riserva verlangt vierundzwanzig Monate Reifung. Der praktische Rat lautet, auf die Teilzone im Etikett zu achten — dort wird diese Appellation konkret.