Das 1993 anerkannte Asti DOCG umfasst die Hügel der Provinzen Asti, Cuneo und Alessandria und beruht auf einer einzigen Rebsorte, dem Moscato Bianco. Unter demselben Regelwerk stehen jedoch zwei Weine, die einander wenig ähneln. Asti Spumante ist voll schäumend, mit vollem Druck abgefüllt und liegt bei rund 7 Volumenprozent. Moscato d'Asti ist perlend, mit weniger als 2,5 Atmosphären verschlossen, und bleibt bei etwa 5 Prozent.
Beide entstehen aus einer unterbrochenen Gärung: Der Most wird gekühlt, bevor die Hefen allen Zucker verzehrt haben, sodass die verbleibende Süße natürlich und nicht zugesetzt ist. Beim Moscato d'Asti erfolgt der Abbruch früher — daher zugleich der niedrige Alkohol, die zarte Perlage und das Aroma von frischen Trauben, Salbei und Orangenblüte, das der Moscato Bianco besser ausdrückt als fast jede andere Sorte.
Die große Qualität dieser Weine ist ihr Maß. Fünf Volumenprozent und eine klare, aber nicht schwere Süße machen sie dort brauchbar, wo jeder andere Dessertwein zu viel wäre. Seit 2017 ist auch Asti Secco zugelassen, und 2023 wurde Canelli eine eigene DOCG, was das historische Herz des Gebiets förmlich anerkennt.